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Tag 4 - Wie ist eigentlich Fasten im Seminarhaus?

 

Erholt wache ich auf, die leichten Kopfschmerzen von abends sind weg. Unser Zoom-Treffen verläuft wiederum ganz anders, so verschieden wie die Tage an sich. Die Lila-Giraffenkarten sind schon vertraut und bringen uns unmittelbar in einen dichten Austausch, die Vertrautheit wächst.

 

Dann die Frage an mich, wie denn das Fasten im Seminarhaus ist? Das gibt mir Gelegenheit, mich an meine schönste Erfahrung zu erinnern und ich gerate unmittelbar ins Schwärmen. Ein bisschen mischt sich auch das allgemeine Vermissen der Gruppen ein, denke ich. – Natürlich ist das wunderbar, richtig Urlaub zu machen. Raus aus den eigenen Wänden. Den ganzen Tag. Mit Yoga und Wandern, inmitten der wilden Natur Brandenburgs. Bei den Mahlzeiten erzählen wir uns, was uns bewegt. Welche Fragen auftauchen. Und wie es sich jeden Tag verändert. Natürlich sprechen wir auch auf den entspannten Wanderungen. Die jedoch – und das habe ich seeehr geschätzt, finden immer mal wieder für eine halbe Stunde in Stille statt. Wunderbar, gemeinsam durch den Wald und jede auch für sich.

Mit dem Berichten taucht die Idee auf, im Herbst oder nächstes Jahr eine Yin-Fasten-Woche in einem schönen Haus im Süden durchzuführen.

 

Gleichzeitig gibt es sehr gute Gründe, online verbunden zuhause zu fasten. Zuhause sind wir ja mit unseren Gewohnheiten, die uns oft nicht wirklich gut tun, verbunden. An den Kühlschrank zu gehen. Oder an die Schokolade. All das findet ja meist zuhause statt. Mit dem Entschluss zu Fasten steige ich aus diesem Ductus aus und bewege mich 7 Tage lang in meinen vier Wänden mit dem Blick auf „mich“. Das ist nicht immer ein Spaziergang. Und doch ist es nach kurzer Zeit deutlich, ich kriege das hin. Und ich entdecke, dass ich Kraft habe. Und entdecke meine Schönheit.  Es gelingt mir, mich aus mir selbst heraus nähren. Klar schwankt es. Und dann habe ich die Gruppe, die mich mit-trägt. Und ich wachse mit jedem Tag. Fasten befreit.